GSI-gestützte-Lokalisierung

Der Lastauer Burgberg - Titibutzien

  1. Aus diesem Bild sind nachfolgenden Maße geschätzt (mit Unsicherheitsangabe). Die Morphologie ist absolut qualitativ beschrieben.
  2. Die Lage der Burganlage Titibutzien wurde mithilfe eines georeferenzierten Luftbildes und moderner GIS‑Analyse bestimmt. 
    Das Luftbild wurde in ein Geoinformationssystem eingebunden, dort vermessen und mit historischen Karten, Flurnamen und Landschaftsmerkmalen verglichen. So entstand eine räumlich fundierte Lokalisierung, die weit über eine reine Bildinterpretation hinausgeht.

 

GSI-gestützte-Lokalisierung

Morphologische Beschreibung der Anlage Titibutzien/Teitzig (vorläufige metrische Schätzung) 

 

    Zusammenfassung 

Die Anlage bei Teitzig, mutmaßlich mit dem historischen Titibutzien identifizierbar, stellt eine außergewöhnliche Befestigungsstruktur im mitteldeutschen Raum dar. Ihre Ausdehnung, Form und komplexe Wall-Graben-Architektur lassen auf eine bedeutende Rolle im Kontext der frühmittelalterlichen Burgwardorganisation Schließen. Die vorliegende Beschreibung basiert auf einer vorläufigen metrischen Schätzung anhand eines schattierten Reliefbildes mit Maßstabs Angabe.    

 

    Morphologische Beschreibung 

Die Anlage weist eine deutlich dreieckige bis keilförmige Grundform auf, mit einer nach Norden gerichteten Spitze und einer breiteren Basis im Süden. Die maximale Laenge beträgt etwa 95-105 m, die Breite ca. 55-65 m. Im Zentrum befindet sich ein nahezu kreisförmiger Innenwall mit einem Durchmesser von ca. 28-34 m. Dieser ist deutlich erhöht und umschließt eine zentrale Plattform. Ein umlaufender Graben mit einer Breite von ca. 6-10 m trennt den Innenwall vom Aussenwall, dessen Durchmesser ca. 48-58 m beträgt. Die Höhenunterschiede zwischen Innenfläche, Graben und Aussenwall lassen sich aus dem Schummerungsbild qualitativ ableiten und betragen schätzungsweise 0,5-2 m. Die Gesamtstruktur deutet auf eine mehrphasige Entstehung und Nutzung hin.

 

    Vergleich mit regionalen Burgwarden 

Im Vergleich mit bekannten Burgwarden der Region (u. a. Borna, Wurzen, Groitzsch, Eilenburg, Zschillen, Colditz, Rochlitz, Leisnig) fällt die Anlage durch ihre überdurchschnittliche Größe und untypische Form auf. Während klassische Burgwardkerne meist Durchmesser von 40-60 m aufweisen und rundlich bis oval gestaltet sind, übertrifft die Teitziger Anlage diese Masse deutlich. Ihre dreieckige Form mit ausgeprägter Spitze und komplexem Wall-Graben-System ist in der Region einzigartig.

 

    Interpretation 

Die strategische Lage auf einer Hangkante oder einem Sporn, kombiniert mit der dreieckigen Grundform und der doppelten Befestigungsstruktur, spricht fuer eine gezielte militärische Nutzung. Die Anlage könnte als zentraler Burgward oder als Vorwerk eines übergeordneten Herrschaftszentrums fungiert haben. Ihre Dimensionen und die architektonische Komplexität legen eine herausgehobene Bedeutung im frühmittelalterlichen Siedlungsgefüge des mittleren Muldenraums nahe.

 

    Quellenapparat 

"Die Anlage Titibutzien/Teitzig zeigt eine dreieckige Grundform mit Doppelwall- und Grabensystem. Der Innenwall misst ca. 30 m, der Aussenwall ca. 55 m im Durchmesser. Die Gesamtanlage erreicht eine Laenge von etwa 100 m und eine Breite von rund 60 m. Die Schummerung weist auf ein mehrstufiges Relief mit erhöhter Innenplattform und abgesenktem Graben hin. In ihrer Dimension und Form übertrifft sie die typischen Burgwardkerne des mittleren Muldenraums und ist als strategisch exponierte Spornbefestigung zu interpretieren.“

Wollen Sie tiefer in die Struktur der Burgwart Titibutzien einsteigen, nutzen Sie den Link: Höhe-Tiefe-Weite. Mit Maps kommen Sie zum ehemaligen Standort der Burg. 

 

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